Es ist Herbst und für mich der richtige Moment eine neue Schaffensphase zu beginnen……Aber über was schreiben, wie beginnen…? Was interessiert mich selbst am meisten…?

Ja, das weiß ich. Die Dynamik alles Lebendigen, insbesondere natürlich im therapeutischen Kontext. Und schon geht´s los….

Immer wieder ertappe ich mich, dass ich auf eine regelmässig gestellte Frage von Klienten oder Tierhaltern ähnlich reagiere. „Was ist denn eigentlich so schlecht daran, wenn Krankheitssymptome unterdrückt werden“? Das unterdrückende Prinzip wird dabei meist noch gut verstanden. Ein Krankheitszeichen wird von einem Ort im Organismus weiter ins Körperinnere gedrängt.

Beispiel:

Das Symptom zeigt sich aussen auf der Oberfläche, auf der Haut. Eine Veränderung der Hautqualität, vielleicht sogar ein wucherndes Gewächs, ein Tumor bildet sich. Wird nun dieses Zeichen – für das die Lebenskraft viel Energie aufgewendet hat – von der Oberfläche weiter ins Körperinnere gedrängt, ist das nur noch der zweitbeste Platz für ihn. Die Lebenskraft versucht stets den Organismus möglichst wenig zu stören, seine lebenswichtigen Organe zu entlasten. Entfernen wir dieses Symptom, oder schneiden es weg, dann drücken wir es vom derzeit besten Platz weiter ins Körperinnere.

Manche Organismen sind erst einmal stark genug, das gleiche Zeichen wieder zu entwickeln…“So ein Mist dieser Hautausschlag ist aber hartnäckig….!“ Und noch einmal wird das Krankheitszeichen unterdrückt. Irgendwann ist es auch die stärkste Lebenskraft leid (erinneren wir uns an dieser Stelle – die Lebenskraft steuert alle unsere lebendigen Vorgänge!) Nach der Haut zeigen sich die unterdrückten Zeichen meist auf der Schleimhaut, oder einem Übergang von Haut zur Schleimhaut. Das können wir beispielsweise an Körperöffnungen beobachten. Dazu gehören, die äusseren Geschlechtsteile, der Anus, das Ohr, die Nase, das Auge usw. Eine weitere Möglichkeit ist es, sich bei „paarig“ angelegten Organen (2 Nieren, 2 Augen, zwei Beine usw.) auf der anderen Seite zu zeigen.

Noch genauer:

Das Auge ist umgeben von seinen Lidern aus Haut. Lidränder stellen bereits einen Übergang zur Schleimhaut dar. Diesen folgt die Bindehaut, danach erst der Augapfel, hinein bis zur Netzhaut und dann dem Gehirn. Praktisch sieht das dann so aus: Eine Warze, eine Umfangsvermehrung auf einem Augenlid wandert nach seiner Entfernung zu den Lidrändern, danach zur Schleimhaut. Das läuft nicht immer gleich ab, je nachdem wie stark die Lebenskraft ist, wie drängend die ererbte Krankheitskraft ist (dazu mehr in einem späteren Text) und wie extrem die unterdrückenden Maßnahmen sind.

Wird dem Körper diese Möglichkeit des Ausdrucks genommen, wandert eine Entzündung manchmal weiter nach innen. Diese Dynamik wird meist nicht in Zusammehang mit einer früheren äusseren Veränderung verstanden, da der Zeitraum dazwischen sehr unterschiedlich lange ist. Nach der künstlichen Entfernung einer Wucherung beispielsweise sortiert sich der Organsimus oft schon nach vier bis sechs Wochen neu und entwickelt – erneut als Versuch der Entlastung seiner lebenswichtigen Organe wie (Herz, Hirn, Niere, Lunge) neue Symptome.

Die Reise einer Krankheit

So wird der Weg auch gerne bezeichnet. Und er gleicht wirklich einer Reise. sowohl von aussen nach innen, als auch in Richtung Heilung von Innen nach aussen. Ganz genau beobachten wir diesen Weg bei den sogenannten „Miasmen“. Es handelt sich um Naturgesetze, die bei der chinesichen Medizin ebenso ihre Gültikeit haben, wie in der Pflanzenheilkunde, oder dem ganz natürlichen Heilungsprozess, wenn wir uns nicht einmischen. Sogar bei der kleinsten Verletzung geht die Lebenskraft diesen Weg, das können wir beobachten. Schneiden wir uns, verheilt zuerst das innenliegende Gewebe und zuletzt „juckt“ die verheilte Haut, bis sie völlig wieder hergestellt ist.

Die Folge

Die Dynamik ist nicht nur wichtig für eine effektive therapeutische Begleitung von Mensch oder Tier, sondern auch wesentlich für die Beurteilung einer Krankengeschichte. Gerade beim Vierbeiner möchte doch der Mensch wissen, was sein Tier da gerade tut, warum frühere Zeichen diese Dynamik verdeutlichen und was die Folge für unser Tun ist. Der Organismus möchte gesünder werden, nicht einfach nur frei von einem derzeitigen Krankheitssymptom! Häufig stellen sogar akute Zeichen einen wirksamen Versuch dar, „Wegtherapiertes“ zur Ausheilung zu bringen! Kontaktiere deinen Therapeuten, der sich bestenfalls  mit der Dynamik, mit deiner individuellen  Reise auskennt!

Gerade jetzt!

Hast du nun ein wenig mehr verstanden, warum die Dynamik, den Krankheitsverlauf zu kennen, so wichtig ist? Ein besonderes Anliegen ist es mir, dieses Verständnis in Ausbildungen zu integrieren. Es gibt so viele wunderbare Heilmethoden, es ist an der Zeit, diese nicht mehr“ linear“ anzuwenden, sondern einen kranken Organismus möglichst umfassend in seinem gesamten Geschehen zu unterstützen. Nie war dies wirkungsvoller, als gerade jetzt!