Peggy Schmah 08237 789090

    Die Zeit die bleibt.

    Die Zeit, die bleibt.... ein ebenso schwieriges wie wichtiges Thema. Natürlich ist jedes lebendige Wesen irgendwann alt, bei unseren vierbeinigen Freunden mit einer fortgeschrittenen Tumorerkrankung ist die Aufgabe umso aktueller. Ich bin immer wieder erstaunt darüber, welche Prozesse und gegenseitiges Erleben zwischen Tier und Mensch möglich werden, wenn nicht vorschnell für eine Euthanasie entschieden wird. Die Angst ist da, dass der tierische Freund Schmerzen leidet, Atmenot bekommt, oder anderweitg lebensunwürdig dahinsicht...verständlich, aber sind wir ehrlich zu uns selbst, geht es vordergründig um unsere eigenen Ängste. Wir leiden mit, interpretieren die zunehmende Schwäche als untragbar (für uns oder das Tier?) Wer entscheidet, was unwürdig, leidend, oder unnötig ist?

     

    Nicht jeder Sterbeprozess ist leidvoll! Erinnnern wir uns, auch ein Geburtsvorgang ist schmerzhaft. Das wird von uns akzeptiert, gehört es doch zum Leben! Aber genau das tut der Sterbevorgang auch. Nur in die andere Richtung.

    Ähnlich wie eine Geburt, geht ein natürlicher Sterbeprozess mit wehenartigen Phasen einher. Darf das Tier diesem Weg folgen, können wir diese Entwicklung oft beobachten. Auch die sogenannte Feuerphase, die eine Ablösung vom Körper vorbereitet, kann mit Unruhe und sogar mit einer Weideraufnahme von Nahrung einhergehen. Ganz praktisch gesehen, werden letzte Kräfte aktiviert, um den anstrengenden Teil der Loslösung vom Körper zu ermöglichen. Das erinnert an die Austreibungsphase während der Geburt.

     

    Bis zum Schluss

     

    Unsere Tiere spüren unsere Emotionen!

    Ist es für uns stimmig, das Tier bis zum Ende zu begleiten, lassen sich die Vierbeiner oft Zeit mit dem Sterben. Ohne zu leiden, ohne Stress geniessen, sie die verbleibende gemeinsame Zeit. Dies wird häufig bei einer seriösen Tierkommunikation bestätigt. Manche Tierhalter können das auch selbst formulieren:“ Das ist schon seltsam, aber ich denke für den Hund ist es völlig in Ordnung.“ Und darum geht es doch. Das Tier soll nicht leiden! Ausserdem haben wir in der Homöopathie wirksame Helfer, um eine schmerzhafte, angstvolle Phase zu begleiten. Ein erfahrender Therapeut kann hier Tier und Mensch unterstützen.

     

    Wann ist eine Euthanasie sinnvoll?

     

    Manche Tiere spüren, dass ihr Mensch überfordert ist und willigen in eine Euthanasie ein. Das ist dann oft auch der bessere Weg für alle Beteiligten. Ich empfehle, die eigenen Ängste dem Tier gegenüber zu verbalisieren und einen Zeitrahmen (2 Tage, 2 Wochen) zu setzten, um sich zu entlasten. Sie spüren uns sowieso. Und auf diesem Wege bleibt dem Tier eine gewisse Würde, eine Möglichkeit mit zu entscheiden.

     

    Schwere Unfälle und Verletzungen stellen für mich Ausnahmen dar, die ebenfalls eine schnelle Erlösung fordern können.

     

    Die Zeit die bleibt

     

    Haben wir uns für eine Begleitung entschieden (diese Entscheidung darf sich auch ändern) ist es immer wieder erstaunlich, welche Entwicklung für eine Mensch-Tier-Beziehung gerade in dieser wichtigen Zeit, möglich ist. Das erlebe ich bei Gesprächen, während und nach einer Sterbebegleitung. Nicht nur das Tumorgeschehen selbst wird oft klarer (was möchte damit ausgedrückt werden vom Tier?) auch im Umgang miteinander kann sich einiges ändern. Ein distanziertes Verhältnis wird auf einmal extrem eng, eine Angst des Tieres wird auf einmal zur Stärke. Manchmal schenkt auch ein sterbendes Tier einen letzten Liebesdienst an die ganze Familie. Schliesslich muss die Menschenfamilie in Zukunft ohne die Ausdrucksform des tierischen Freundes auskommen. Da ist oftmals einiges zu tun.

     

    Ist es dann soweit, ist es erstaunlich, jene Energien zu spüren, die am Ende eines Lebens aktiv sind. Nichts ist ergreifender, als die Freude des Vierbeiners zu spüren, der sich gerade aus seiner „Jacke“, seinem alten Körper im wahrsten Sinne des Wortes „hinausgezwängt“ hat. Das war anstrengend! Sie möchten, dass wir uns dann mit Ihnen freuen! Das hilft uns, zu trauern und den leeren Raum zu füllen, den das verstorbene Tier hinterlässt.